Das Projekt Schülerfirma

·                     Start war der 18. August 2003

·                     Zielgruppe unseres Projektes sind unversorgte Lehrstellenbewerber, die  
            eine Berufsfachschulklasse am OSZ Banken und Versicherungen besuchen.

·                     Ziel ist die Verbesserung der Arbeitsmarktchancen der Projektteilnehmer.


Im Rahmen des Projekts bauten die Schülerinnen und Schüler einen Holzkiosk, der in der Schule aufgestellt wurde, und betreiben diesen. Die angebotenen Schreib- und Schulwaren beschaffen die Schüler selbst. Außerdem werden Lernhilfen, Mappen und Kalender und Dienstleistungen (Auftragskopien, Laminierservice, Taschenrechner-Verleih, Buchbestellungen, Binden von Bewerbungen usw.) über den Kiosk angeboten.

 

Die erste Teilnehmergruppe „baute“ somit tatsächlich ein Geschäft auf.

Diese Aktivitäten sind nicht durch den Unterrichtsauftrag gedeckt und finden zum Teil auch außerhalb des regulären Unterrichts statt. Damit dies organisiert erfolgen kann und keine administrativen Hemmnisse die Projektaktivitäten einengen, wurde der Hermes Kontor e.V. Träger der Schülerfirma. So können die Teilnehmer/innen Bestellungen, Lieferungen, Kunden- und Lieferantengespräche oder Kontakt mit dem Finanzamt direkt - also ohne Umweg über die Schule oder die Senatsstellen - durchführen.

Besonders bedeutsam ist die große Selbständigkeit, mit der die Projektteilnehmer/innen kaufmännisch und sozial handeln. Dies hilft speziell den Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund ( ca. 80 %) und davon wiederum den weiblichen Teilnehmern (über 60 %). Und: Der Tätigkeitsbereich nähert sich einerseits sehr stark einer Situation in einem (Ausbildungs-) Betrieb an, in dem diese Personengruppe ja zum Zeitpunkt der Projektteilnahme wäre, andererseits geht das Aufgabenspektrum (z.B. der Handlungs-spielraum) darüber hinaus.

Das Projekt soll helfen individuelle Defizite zu mindern, bestenfalls zu beseitigen. Wir wollen bei der Berufszielfindung helfen, die Sozialkompetenz verbessern, eine kaufmännische Berufskompetenz herausbilden, das Selbstwertgefühl stärken, Anstöße zur eigenen Existenzgründung geben und die Integration und Emanzipation von Teilnehmer/innen nicht-deutscher Herkunft fördern.

Insgesamt erwarten wir eine günstigere Prognose für die Eingliederung in den Arbeitsmarkt. Geben aber auch Hilfestellung für den Wunsch zur Existenzgründung.

Für die Teilnahme am Projekt wird ein "Arbeitszeugnis" ausgestellt. Dies dient nicht nur zur Anerkennung der persönlichen Leistung, sondern auch als Zertifizierung einer erlangten Qualifizierungsstufe.

Bei Projektstart 2003 gab es 25 Teilnehmer/innen. In den ersten drei Wochen kamen noch drei weitere Bewerber dazu, so dass wir 28 Projektteilnehmer/innen aufweisen konnten. Nach der Anlaufphase, die Ende 2004 abgeschlossen wurde, sollten weitere Fachschüler, die nicht am Projektaufbau beteiligt waren, mit einbezogen werden, weil sich die "alteingesessenen" Projektteilnehmer stärker mit der Produktion der oben genannten Waren befassen sollten und ein Betriebspraktikum absolviert werden musste. Damit wollten wir den Teilnehmerkreis und die Akzeptanz des Kiosks vergrößern.

Leider konnten nur zusätzliche Teilnehmer als Vertretung während der Praktikumszeit einbezogen werden. Ursache sind im Wesentlichen die im Abschnitt Kiosk geschilderten Probleme.

2005 hatten wir noch 23 Projektteilnehmer/innen, von denen 22 im Sommer an der IHK-Prüfung zum/zur Bürokaufmann/-frau teilnahmen. Zu unserer großen Freude haben 17 von ihnen die Prüfung im ersten Anlauf bestanden - davon einige mit guten Ergebnissen.

Im zweiten Versuch schafften es auch die verbliebenen sechs Teilnehmer, die Prüfung erfolgreich abzuschließen.

Dieses Projekt wurde vom Europäischen Sozialfonds gefördert.